RC Herzogenaurach erstmals mit eigenem Rennteam beim 24h Race in Kelheim

08.07.2023. Während nach zwei pandemiebedingten Absagen sowie im Folgejahr 2022 die Austragung des 24-Stunden-Rennens in Kelheim noch auf der Kippe stand, herrscht heuer wahre Aufbruchsstimmung.

Auch der RC Herzogenaurach machte sich am Freitagnachmittag mit einem Team aus 5 Fahrern nach Kelheim auf. Von Samstag, den 8. Juli - Start 14.00 Uhr bis zum Zielschluß am Sonntag, den 9. Juli um 14.00 Uhr herrschte bei dem beliebten Race-Spektakel in der Kelheimer Innenstadt sowie auf dem Stausackerer Berg wieder "Remmidemmi". Für die Akteure hieß es 24 Stunden lang eisenhart an der Schmerzgrenze gegen die Uhr zu kämpfen, währenddessen Fans in Jubel, Trubel, Heiterkeit versanken.

Perfekte Organisation
Schon bei der Anreise merkten wir, dass das perfekt organisierte 24h Rennen legendären Kultstatus genießt. Von den Fahrerlagern mit Dusch- und Toilettencontainer die mehrmals täglich gereinigt wurden, über die sehr gut abgesicherte Strecke mit unzähligen Sicherungsposten und Helfern bis hin zur Einfahrt in die Wechselzone durch das Festzelt. Alles in allem wirklich eine perfekt Organisierte Veranstaltung. Chapeau und Hut ab an den Veranstalter.

 

Rekordteilnehmerzahl

Am Samstag in der Fahrerbesprechung konnten wir es kaum glauben, die Rekordteilnehmerzahl von 1.150 zu hören und 101 Teams in unserer Gruppe. Dies gab uns sofort einen zusätzlichen Motivationsschub und heizte uns noch mehr an endlich auf die Strecke von 16,4 km und 190 hm losgelassen zu werden.

Wettkampf

Punkt 14.00 Uhr war es dann endlich so weit. Die Kreisstadt Kelheim verwandelte sich in einen turbulenten Wettkampfschauplatz zum brodelnden Hexenkessel und so schickten wir Leon unseren stärksten Fahrer gleich in die ersten beiden Runden, um vorne ordentlich Druck zu machen. In der ersten Runde legte er sofort hohes Tempo vor und fuhr diese mit 40,12km/h in 24,31 Minuten. Nach zwei Runden ging dann Ben auf die Strecke. Für in Stand erstmal schwitzen und hecheln auf dem Programm. Direkt 500m nach der Wechselzone ging es in den „Col de Stausacker“. Mit einem Anstieg von 2,5 km und 110hm, gefolgt nach einer kleinen Abfahrt vom Hinkelsteiner Stich mit 1,2km und 90hm konnte auch er endlich in den Angriff gehen.

Es kam eine längere Abfahrt von knapp 4km die er mit knapp 80 km/h hinab schoss um anschließend auf der geraden mit 8 km bei hohem Tempo in der Gruppe von bis zu 50 km/h im Feld zur Wechselzone zu ballern. Direkt nach ihm schickten wir Martin los. Unser Allrounder fuhr ebenfalls auf den beiden Runden einen Schnitt von knapp 34 km/h. In der Wechselzone stand für Martin dann Bernhard, unser erster Aushilfsfahrer bereit. Was er dann lieferte, machte uns erstmal sprachlos. Obwohl er vom Triathlon kommt und mit Radrennen in dieser Form und speziell mit „Gruppenfahren im Feld“ kaum Erfahrung hat, sprintete er die beiden Runden in einem 35er Schnitt zur Übergabe an Rainer, unseren zweiten Aushilfsfahrer. Auch Rainer hat in diese Ausmaße keine Erfahrung, was solche Rennen betrifft. Dennoch konnte er sich nach den beiden ersten Runden mit einem 33er Schnitt wieder von Leon ablösen lassen. Nach dem ersten Durchgang änderten wir die Taktik und stellten auf einzelne Runden um. Wir wechselten bis hin zur Nacht dann öfter und konnten uns so bis 2.00 Uhr auf Platz 34 vorarbeiten.

 

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In der Nacht haben wir uns dann zu Doppelschichten entschieden, um wenigstens ein paar Stunden zur Ruhe zu kommen. Pünktlich um 6:00 Uhr hieß es dann wieder wechseln auf einzelne Runden. Wir wollten dann sofort weiter Druck machen und genau so kam es dann auch. Leon fuhr einen 35er Schnitt, Ben ebenfalls einen 35er, Martin einen 34,7er Schnitt. Bei Bernhard und Rainer lief es nicht so Rund. Beide hatten das Pech und konnten im Flachstück keine Gruppe finden und mussten so erstmal alleine Arbeiten.
Das entmutigte uns aber nicht. In den Morgenstunden standen dann Abseits der Strecke wieder jede Menge Fans, die uns pushten und antrieben. Und so nahmen wir den Endspurt in Angriff. Nach einem regelrechten Battle mit dem Team vor uns, lieferten wir uns über mehrere Stunden einen Kampf um Platz 33. Der Hammer kam dann in Runde 47 als uns Martin mit einem Sprint auf Platz 32 gefahren hatte. Er hat uns somit über 2 Minuten Vorsprung rausgefahren, die unsere Verfolger nicht mehr aufholen konnten.

 


Nach 24 Stunden Dauer-Power bekommt der Kopf seine Payback-Karte in Form einer unvergesslichen Glückshormonausschüttung. Allein dieser unfassbare Glücksmoment - bei dem schon mal die Freudentränen fließen - rechtfertigt es, die quälende Tortur auf sich zu nehmen.
Am Sonntag um 14:00 Uhr standen dann für den RC Herzogenaurach unglaubliche 49 Runden mit einer Gesamtdistanz von 803,60km und einer Fahrzeit von 23:53:34 Stunden auf dem Konto.
 
Endergebnis

Nach einem harten Stück arbeit konnten wir Platz 32 von 101 Teams einfahren und sind Mega Stolz und Zufrieden auf unser Ergebnis.

Das Fazit dieser Veranstaltung

Die Stimmung in der niederbayerischen Donau-Stadt entlang der Feiermeilen-Hotspots, im Bierzelt und der Wechselzone lässt niemanden kalt. Ganz im Gegenteil, lautes Klatschen, wilde Gesten, Geschrei und Anfeuerungsrufe lösen im Eifer des Gefechts regelrechte Motivationsschübe aus. Umgekehrt springt der Zündfunke gleichsam auf die Fans über.
Wenn sich die "Gladiatoren" im Sattel die Kante geben und am Rand der Erschöpfung auf Biegen und Brechen um Sekunden fighten, herrscht in jeder Hinsicht absoluter Ausnahmezustand.

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